Kassetten digitalisieren

VHS Kassetten retten: So geht’s

Als in den achtziger Jahren Videorekorder und Kameras aufkamen, waren sie die neueste technische Errungenschaft. Ob im Urlaub, bei der Geburtstagsfeier, dem Einzug in die neue Wohnung oder der Silberhochzeit der Eltern, die Videokamera war immer dabei. Wollen Sie sich die Erinnerungen bewahren und die Filme auch in Zukunft noch ansehen, müssen Sie die Kassetten digitalisieren.

Welche Gründe sprechen für die Digitalisierung?

Der wichtigste Grund ist rein physikalischer Natur. Die alten Videokassetten aus den achtziger und neunziger Jahren haben mittlerweile das Ende ihrer natürlichen Lebensdauer erreicht. Die meisten Menschen lagern die Bänder unter nicht gerade idealen Bedingungen, zum Beispiel im Keller oder auf dem Dachboden. Dort sind sie großen Temperaturschwankungen und hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Solche Konditionen sind schädlich für den Kunststoff, aus dem die Bänder gefertigt sind. Er wird spröde, brüchig und beginnt sich aufzulösen. Nicht umsonst sind Archive mit Klimaanlagen ausgerüstet, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit stets konstant und im optimalen Bereich halten.
Der zweite Grund ist der technische Fortschritt. Wer hat heute noch einen funktionstüchtigen Videorekorder zu Hause, der mit einem modernen Smart-TV kompatibel ist? Oftmals ist das Abspielen der Kassetten gar nicht mehr möglich.

Kassetten digitalisieren

Welche Möglichkeiten gibt es, das Problem zu lösen?

Wollen Sie nicht riskieren, dass sich Ihre wertvollen Erinnerungen im wahrsten Sinne des Wortes in Staub auflösen, kommen Sie früher oder später nicht darum herum, Ihre Kassetten zu digitalisieren. Das können Sie selbst machen oder die Kassetten einer Firma anvertrauen, die sich um die Aufgabe kümmern. Sie benötigen einen Videograbber. Das ist ein Adapter, mit dessen Hilfe Sie das analoge Videoband auf die Festplatte des Computers oder Laptops herunterladen können. Der Videograbber hat eine Reihe von Anschlüssen und verbindet den alten Videorekorder mit dem Computer. Dazu kommt in der Regel Software, mit der Bild und Ton verbessert werden. Alte, körnige Filme können in HD-Auflösung mit Stereosound gespeichert werden.

Welche Probleme treten auf?

Das größte Problem besteht darin, einen geeigneten und funktionsfähigen Videorekorder zu finden, der die Kassetten abspielen kann. Bei VHS Kassetten ist es noch nicht so schlimm. Solche Rekorder stehen noch immer in vielen Haushalten herum. Damals waren aber noch viele andere Systeme im Umlauf, beispielsweise Video8, Video-2000 oder Betamax. Dafür einen Rekorder zu finden, dürfte schwer sein. Das Gerät muss zudem in gutem technischen Zustand sein, damit die Bänder nicht zerstört werden.

Eine Firma beauftragen

Diese Option empfiehlt sich, wenn es sich entweder um Bänder mit wertvollen persönlichen Erinnerungen handelt oder wenn Sie kein geeignetes Abspielgerät auftreiben können. Die Anbieter sind Profis und finden fast immer eine Lösung. Allerdings müssen Sie sich damit abfinden, dass Fremde die Aufnahmen sehen und dass Sie für jedes digitalisierte Band eine Gebühr zahlen müssen.

Bildnachweis:  Eakrin/Adobe stock